#StayAtHome = Smart Radio@Home

Die Menschen sind vorwiegend zu Hause und die Mediennutzung und die Sehnsucht nach Interaktion und Sicherheit wachsen. Das merken natürlich auch die Kollegen in den Digitalabteilungen der Radiosender. Nicht nur, dass die Morningshows teilweise aus einem zum Studio umgebauten Bett gesendet werden müssen, vor allem der Ansturm der Hörerfragen via Mail, Telefon und Social Media Kanäle stellt die Kollegen vor große Aufgaben. Wie diese gelingen und wie die Sender dieser Sehnsucht nach Interaktion begegnen, erzählt Dr. Frizz Lauterbach, Leitung Digital bei BAYERN 1 und BAYERN 3, im Interview.

#StayAtHome = Smart Radio@Home

Die Menschen sind vorwiegend zu Hause und die Mediennutzung und die Sehnsucht nach Interaktion und Sicherheit wachsen. Das merken natürlich auch die Kollegen in den Digitalabteilungen der Radiosender. Nicht nur, dass die Morningshows teilweise aus einem zum Studio umgebauten Bett gesendet werden müssen, vor allem der Ansturm der Hörerfragen via Mail, Telefon und Social Media Kanäle stellt die Kollegen vor große Aufgaben. Wie diese gelingen und wie die Sender dieser Sehnsucht nach Interaktion begegnen, erzählt Dr. Frizz Lauterbach, Leitung Digital bei BAYERN 1 und BAYERN 3, im Interview.

Was war ganz konkret für euch im Digitalen die größten Herausforderungen?

Dr. Frizz Lauterbach: „Die Herausforderung hieß bei BAYERN 1 und BAYERN 3 im Digitalen, noch schneller zu sein als sonst, und zwar auf allen Plattformen gleichzeitig. Es ging und geht darum, mit unseren Digital-Angeboten den Menschen in einer so noch nie dagewesenen Krise zur Seite zu stehen: die Hörer*innen beim riesigen Bedürfnis nach Information und der Einordnung von Fakten zu unterstützen und die Menschen gleichzeitig mit emotionaler Nähe in unzähligen Gesprächen und Dialogen auf unseren Online-Plattformen zu begleiten. Weil das Thema Smart Radio und Kommunikation im Zeitalter von Smart Speakern zuhause angekommen ist, haben wir zu Beginn der Corona-Krise extra das Feature “Alexa, frag BAYERN 3 nach Corona” und “Alexa, frag BAYERN 3 nach der Corona-Krise” eingerichtet, um mit den vertrauten Stimmen unserer Moderatoren mehrmals täglich über die Lage und Maßnahmen zu informieren.

Die Möglichkeit, via Smart Speaker mit unseren Personalities zu interagieren, ist mittlerweile fester Bestandteil unserer Smart Audio Angebote, so können wir den Mehrwert dieser smarten Kommunikation schnell und ohne die Problematik aufwändiger Zertifizierungsprozesse anbieten. Weil die Corona-Krise für viele auch eine unglaubliche wirtschaftliche Belastungsprobe darstellt, haben wir zudem zur Unterstützung der vielen Wirte und Wirtinnen “Die BAYERN 3 Lokal-Helden” konzipiert und diese Digital-Plattform in nicht einmal zwei Wochen als Gemeinschaftsprojekt mit dem DEHOGA und der Genussakademie des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten umgesetzt.“

Was hat sich bei euren Sendern in Bezug auf die Kommunikation mit euren Hörern verändert?

Dr. Frizz Lauterbach: „Tatsächlich bedeutet #StayAtHome auch mehr smarte und interaktive Nutzung von Radio zu Hause in den eigenen vier Wänden. Weil unsere Radiomarken BAYERN 1 und BAYERN 3 digitale Multiplattform-Marken sind, beobachten wir in diesem Zusammenhang eine Menge signifikanter Veränderungen. Die Nutzung aller unserer Digitalkanäle und Plattformen ist vor allem während des Tages stark angestiegen, besonders auffallend ist dabei der Wunsch nach Interaktion.

Als öffentlich-rechtliche Markenangebote begleiten wir hier die Menschen durch den komplizierten Corona-Alltag und sind dabei einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Hörer*innen geworden. Denn: Bei den konkreten Fragen rund um Maßnahmen und Lockerungen von Beschränkungen geht es ja im Alltag der Menschen ums Detail, also was diese oder jene Maßnahme für jemanden persönlich bedeutet. Und weil BAYERN 1 und BAYERN 3 die Menschen so verlässlich und so intensiv begleitet, fragen sie uns. Wie unsere Hörer*innen dabei mit uns kommunizieren und wie sie uns Fragen stellen, klingt und liest sich deshalb meistens wie ein Gespräch oder ein Chat mit einem guten Freund oder einer guten Freundin: offen, herzlich aber auch sehr klar und direkt.“

Was waren das denn für Fragen, die gestellt wurden und warum an euch?

Dr. Frizz Lauterbach: „Bei vielen Fragen geht es darum, was das Abstrakte, das beispielsweise in einer Pressekonferenz zu den Corona-Maßnahmen verkündet oder im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes veröffentlicht wurde, denn nun ganz konkret bedeutet.

Also: Was ist mit einem erlaubten ‘Besuch beim Lebenspartner’ gemeint? (Heißt ‘Lebenspartner’, dass dies auch für das 16 und 17-jährige Pärchen gilt? Was ist mit dem Ex-Mann in der Patchwork-Familie?) Oder: Was bedeuten die erlaubten ‘Handlungen zur Versorgung von Tieren’? (Wenn der Hund raus kann, darf das auch die Katze? Darf ich zu meinem Pferd, auch wenn ich nicht der Besitzer bin, sondern nur eine Reitbeteiligung habe?)

Bei den vielen tausend Fragen und Kommentaren, die uns hier erreichen, ist das Themenspektrum natürlich riesig, aber oftmals nachgefragt wurde beispielsweise: Warum darf ich mit dem Auto aber nicht mit dem Motorrad fahren? Dürfen wieder Fahrgemeinschaften gebildet werden? Wenn Kita-Gebühren erstattet werden, gilt das auch für Mittagsbetreuung und private Einrichtungen? Ab wann bekommt man das Geld zurück und unter welchen Voraussetzungen? Was mache ich, wenn auf dem Spielplatz der Abstand zu meinem Kind nicht eingehalten wird, es aber der anderen Mutter egal ist?

Warum muss der Schulbusfahrer keine Maske tragen?

Was bedeutet ‘Kontakt zu einer anderen Person‘ – jeden Tag eine andere, immer die gleiche, pro Haushalt eine, pro Person eine und darf auch ein Kind eine Freundin zu Besuch haben?“

Wie habt ihr ganz konkret auf das Informations- und Kommunikationsbedürfnis der Hörerinnen und Hörer reagiert?

Dr. Frizz Lauterbach: „Da die Menschen, die wir mit BAYERN 1 und BAYERN 3 erreichen, an ganz unterschiedlichen Stellen im Leben stehen, erfolgt unsere Reaktion immer für die jeweiligen Bedürfnisse. BAYERN 3 erreicht ein junges Publikum, z.B. junge Familien mit Kindern. Hier haben wir eine eigene Community eingerichtet, um altersgerechte Tipps und Anregungen für Eltern und Kinder zu teilen und auszutauschen. Die vielen Fragen, die uns tagtäglich erreichen, bündeln, klären und beantworten wir an vielen Stellen in unseren digitalen Angeboten – beispielsweise aufbereitet als aktuelles FAQ rund um Kita und Schule sowie als Faktencheck für die Online-, Social-Media- und Smart Audio-Angebote. Zudem haben wir die digitalen BR-Angebote von ‘Schule daheim‘ und der BR Mediathek für Kinder integriert, in der beispielsweise nicht nur die schönsten Pumuckl-Geschichten und Filme zu finden sind, sondern für die Welt der Smart Speaker auch ein interaktiver Pumuckl-Skill zur Verfügung gestellt wurde. Für die Fragen und das Informationsbedürfnis der BAYERN 1 Hörer haben wir den BAYERN 1 “Podcast für ein besseres Leben” zusammen mit BR24 zum Podcast “Corona in Bayern” umgebaut, und in den Community-Angeboten von BAYERN 1 sind in dieser Zeit Tipps rund ums Gesundbleiben sowie Haushalt, Balkon und Garten gefragt.“

Glaubst Du, dass sich diese direkte Kommunikationsebene via Smart Speaker auch in „normalen“ Zeiten halten wird?

Dr. Frizz Lauterbach: „Gerade wir als Digital-Experten, die sich permanent mit der Medienkommunikation der Zukunft auseinandersetzen, sind vorsichtig mit konkreten Prognosen. Hier werden erst die Entwicklungen der kommenden Monate zeigen, was das neue “Normal” sein wird. Also: Finden Mediennutzung und Kommunikation wieder in ähnlicher Art und Weise wie vor der Corona-Krise statt oder wird sich die Art, wie wir kommunizieren nachhaltig und dauerhaft verändert haben?

Was speziell das Thema Smart Audio angeht, erleben wir aber nicht nur, dass unser Publikum diese direkte Kommunikation sehr schätzt, sondern zugleich, dass Speech-to-Text, Text-to-Speech und dialogorientierte Medienkommunikation im Mainstream angekommen sind. Für uns als Radio-Macher mit umfangreicher Expertise für emotionale Sprachdialoge, zielgruppenorientierte Präsentation und hochwertige Medienproduktion halten wir es deshalb für wichtig, dieses Feld weiter innovativ zu erschließen.“

Weitere Beiträge zu Audio

Media Feeling – Media Reach – Präsentation I

Radio ist seit Jahren ein konstant reichweitenstarkes Massenmedium, doch warum eigentlich? Was bewegt die Hörer, tagtäglich das Radio einzuschalten? Wie sieht es mit der emotionalen Seite aus? In welchen Stimmungslagen sind die Hörer, wenn sie Audio nutzen und wie unterscheidet sich das von anderen Medien? Die neue Gattungsstudie „Media Feeling – Media Reach“ von Audioeffekt geht diesen Fragen nach.

Think Audio – Der Podcast mit Grit Leithäuser

Grit Leithäuser, Geschäftsführerin der Radiozentrale, gibt in diesem Podcast einen Einblick, warum Radio eine tägliche Hörerschaft von 53 Millionen Menschen mit einer konstanten Verweildauer von 4 Stunden begeistert und warum Radio gerade in Zeiten der Krise einen echten Mehrwert für die Menschen bietet und somit das Medium der Stunde ist.

Die neue Macht des Publikums

Sagen, was ist – eine Forderung, die man in Zeiten von Corona immer wieder hört. Aber welchen Medien kann man vertrauen, welche Rolle spielt das medienmächtige Publikum in Zeiten der Krise, was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für Marken und welchen Part übernimmt Radio in diesem Kontext? 

Newsletter

Wenn Sie auch in Zukunft über den Radio Advertising Summit
und seine Themen informiert werden möchten, dann melden
Sie sich gern bei uns unter info@radioadvertisingsummit.de.

Leave a Reply

Your email address will not be published.